Absoluter Respekt vor dem individuellen Lebes- und Entwicklungsweg:
Jeder Mensch hat seinen individuellen Lebens- und Entwicklungsweg.
Pflegerisches Handeln bedeutet, Menschen in einer besonderen Phase ihres
individuellen Lebens- und Entwicklungsweges zu begleiten und zu fördern.
Wahrgenommen, wertgeschätzt und verstanden:
Der zu betreuende Mensch sollte sich durch jede pflegerische
Handlung sowohl als das Wesen, das er ist als auch in seinem
momentanen Sosein wahrgenommen, wertgeschätzt und
verstanden fühlen können.
Bei den Stärken und Potentialen ansetzen:
Nicht die Defizite sondern die gelebten Stärken und
zu entwickelnden Poteniale machen das Wesen eines
Menschen aus. Pflegerisches Handeln setzt bei den Stärken
und Potenzialen des zu betreuenden Menschen an, ebenso
bei den Erfolgen und Fortschritten.
Die Formel für pflegerisches Handeln:
Pflegerisches Handeln besteht
1) aus dem Wahrnehmen des Menschen
2) aus dem Bejahen und Wertschätzen, dessen, was ist,
3) aus dem wieder ins Lot Bringen, was aus dem Lot geraten war
- Ausgleich schaffen
.
Authentizität und Herzenswärme:
Der zu betreuende Mensch hat ein Recht auf ein
authentisches in Beziehung Treten des betreuenden
Menschen und auf dessen Herzenswärme.
Autonomie:
Pflegerische Handlungen müssen darauf ausgerichtet sein,
die Selbständigkeit, Eigenständigkeit, Entscheidungsfreiheit
des zu betreuenden Menschen zu fördern.
Pflegerische Handlungen, welche Abhängigkeiten bewirken, sind
nicht im Sinne der Wahrnehmenden Pflege und Betreuung.
Stressfrei:
Stress verhindert Entwicklung, Stärkung, Heilwerden. Es gehört daher
unabdingbar zu den Aufgaben der zu betreuenden Menschen, eine
möglichst gelöste, stressfreie Situation zu schaffen.
Leben als ein Ganzes:
Betreuung ist in ihrer Gesamtheit darauf ausgerichtet,
das Leben auf allen Ebenen fördern.
Aus der Fülle:
Betreuung ist dann umso wirksamer, wenn sie aus einer mentalen Haltung von
1) persönlicher Fülle,
2) Vertrauen, dass es gut wird
im Sinne des Lebensweges des zu betreuenden Menschen geschieht.
Pflegerisches Handeln bedeutet daher – nebst der unterstützenden
und ergänzenden Funktion zum medizinischen Handeln -
Rahmenbedingungen zu schaffen, sodass die im Menschen angelegten
Entwicklungs- und Selbstheilungskräfte bestmöglich zur Wirkung gelangen.
Synergie:
Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen.
Gemeinschaft, nicht im Sinne einer Herde, in die man sich eingliedern
müsste, sondern im Sinne von Zusammenwirken freier, Selbstbestimmter,
eigenverantwortlicher und Verantwortung fürs Ganze übernehmender
Individuen, in der das authentische Einbringen gefragt ist, auf
entsprechende Resonanz stößt und Wirkung erzeugt zum
Besten des Gesamten. Wahrnehmende Pflege und Betreuung nutzt die
sich bietenden Gelegenheiten, um solche Beziehungen zu knüpfen und zu fördern.

Individueller Lebens- und Entwicklungsweg
Wahrgenommen, wertgeschätzt und verstanden
Stärken und Potenziale
Formel für pflegerisches Handeln
Authentizität und Herzenswärme
Autonomie
Stressfrei
Leben als ein Ganzes
Aus der Fülle
Synergie und Zusammenwirken